10. Eichencup TA TURA Elsen

Diesmal macht’s die Schwester

In Abwesenheit von Titelverteidigerin Joëlle gewinnt Julyette Steuer aus Versmold das Damenfeld in Elsen – bei den Männern siegt Yan Sabanin (Wanne-Eickel)

Die Endspielteilnehmer des 10. Eichen-Cups der TuRa Elsen und die Turnierleitung nach der Siegerehrung mit (von links) Louis Weßels (Bielefeld, Finalist), Yan Sabanin (Wanne-Eickel), Heinz Bokel (TuRa Elsen), Julyette Steur (Versmold), Michelé Erkens (Essen-Bredeney).

Die Endspielteilnehmer des 10. Eichen-Cups der TuRa Elsen und die Turnierleitung nach der Siegerehrung mit (von links) Louis Weßels (Bielefeld, Finalist), Yan Sabanin (Wanne-Eickel), Heinz Bokel (TuRa Elsen), Julyette Steur (Versmold), Michelé Erkens (Essen-Bredeney).
Foto MVW Medien

Elsen (AK). Der Damentitel des Eichen-Cups der TuRa Elsen bleibt in der Hand von Familie Steur. In Abwesenheit von Titelverteidigerin Joëlle Steur gewann ihre ältere Schwester Julyette (beide Versmold) am vergangenen Sonntag das Endspiel des mit insgesamt 6000 Euro dotierten Preisgeld-Turniers. Den Herren-Titel in der Konkurrenz mit Wertung für die Rangliste des Deutschen Tennisbundes (DTB) sicherte sich Yan Sabanin (Wanne-Eickel).

Für Julyette Steuer, die 2018 in Elsen nicht am Start war, ist es die dritte Eichen-Cup-Krone nach ihren Turniersiegen 2015 und 2016. Als Topgesetzte wurde sie ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht und gab in vier Matches keinen Satz ab. Das Endspiel gegen die an Position drei eingestufte Michelé Erkens (Essen-Bredeney, DTB-63) entschied Steur 6:4, 6:1 für sich – und durfte sich bei der anschließenden Siegerehrung über einen Scheck in Höhe von 1200 Euro freuen. »Es ist immer wieder schön, hier zu sein – und zu gewinnen«, sagte die aus Herford stammende aktuelle Nummer 23 der Deutschen Damenrangliste und 646 der WTA-Weltrangliste, die sich einmal mehr der Unterstützung ihrer Großmutter im Publikum sicher sein konnte. »Ein Finale auf gutem Niveau, ich bin mit meiner Leistung zufrieden«, ergänzte sie, »es war mein dritter Turniersieg in den vergangenen Wochen.« Sollte es ihr gelingen, die gute Form zu halten, könnte es für sie beim Libori-Cup des TC Grün-Weiß Paderborn (24. – 28. Juli) zur erfolgreichen Titelverteidigung reichen. »Die Tendenz ist, dass ich in diesem Jahr erneut dort spielen werde«, sagte sie.

Während Steur in Elsen die Konkurrenz beim 10. Eichen-Cup klar dominierte, kam das Aus der Siegerin von 2011, Franziska König (München, DTB-38), überraschend bereits in Runde eins. König verlor 1:6, 6:2, 2:6 gegen Tanja Klee (Halle, DTB-160). Im qualitativ hochwertig besetzten Damenfeld kamen auch die beiden Paderborner Starterinnen über die erste Runde nicht hinaus. Emma Rehermann (Elsen) verlor 6:0, 1:6, 1:6 gegen Katja Fevralev (Bielefeld), Jasmina Abdou (Elsen) musste ihr Match aufgrund einer Verletzung aufgeben.

Mit Yan Sabanin gewann ein ungesetzter Starter den Titel im ebenfalls erstklassig besetzten Turnierfeld des DTB-Herren-Einzels. Zwar konnte die Nummer 132 der DTB-Herren-Rangliste im zweiten Satz des Endspiel gegen den topgesetzten Louis Weßels (Bielefeld, DTB 24) zwei Matchbälle nicht nutzen und musste den Satzausgleich zum 6:4, 5:7 hinnehmen. Im dritten Durchgang setzte sich Sabanin aber doch deutlich mit 6:2 durch. Aus Paderborner Sicht war das Abscheiden von Lokalmatador Karlo Cubelic (Versmold, DTB-122) erfreulich. Die Ex-Nummer eins des TC Grün-Weiß Paderborn erreichte als Nummer acht der Setzliste das Halbfinale (4:2, 2:6 gegen Weßels).Damen-Einzel: Halbfinale: Julyette Steur – Tea Lukic (Gifhorn, DTB-150) 6:1, 6:2; Michelé Erkens – Maja Jung (Versmold, DTB-263) 6:2, 6:1; Finale: Steur – Erkens 6:4, 6:1; Herren-Einzel: Halbfinale: Louis Weßels – Karlo Cubelic 6:4, 6:2; Yan Sabanin – Christan Hansen (Marienburg, DTB-63) 6:2, 6:3; Finale: Sabanin – Weßels 6:4, 5:7, 6:2

Kommentar

Spitzentennis ist in Paderborn kein Zuschauermagnet. Topleistungen auf dem Niveau der erweiterten deutschen Spitze wie seit mittlerweile zehn Jahren beim Eichen-Cup oder auch beim Libori-Cup schlagen sich nicht in befriedigenden Zuschauerzahlen nieder. Sowohl die TuRa Elsen als auch der TC Grün-Weiß Paderborn als Veranstalter hadern nicht selten mit dem überschaubaren Interesse. Gedanken an mobile Tribünen wie seinerzeit beim Thunhof-Cup in Schloß Neuhaus oder dem Damen-Weltranglistenturnier des SC Grün-Weiß Paderborn vor gut 20 Jahren erübrigen sich. Und das, obwohl seit damals Spitzentennis Paderborn im Kreis Paderborn im Grunde nicht stattfand. Spätestens die anstehende Erstliga-Saison der Herren des TuS Sennelager – beim Paderborner TC Blau-Rot inklusive mobiler Tribünen – wird zeigen, ob sich die Mühe lohnt, Profitennis auf Weltklasseniveau in Paderborn zu präsentieren. Frank Loose