TuS Sennelager

Transfercoup: Jonáš Forejtek kommt

TuS Sennelager angelt sich 18-jährigen Tschechen, der 2019 bei den vier Grand-Slam-Turnieren drei U18-Juniorentitel gewonnen hat. Bundesligist wähnt sich für die kommende Saison in der Breite gut aufgestellt

Auf David Pel (vorne links) und Arthur Rinderknech (Mitte) setzt Trainer Marius Kur (vorne rechts) auch in der zweiten Bundesligaspielzeit der Tennisherren des TuS Sennelager. Rinderknech gewann in der  vergangenen Woche erstmals ein Challenger-Turnier.
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Auf David Pel (vorne links) und Arthur Rinderknech (Mitte) setzt Trainer Marius Kur (vorne rechts) auch in der zweiten Bundesligaspielzeit der Tennisherren des TuS Sennelager. Rinderknech gewann in der  vergangenen Woche erstmals ein Challenger-Turnier.
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Auf David Pel (vorne links) und Arthur Rinderknech (Mitte) setzt Trainer Marius Kur (vorne rechts) auch in der zweiten Bundesligaspielzeit der Tennisherren des TuS Sennelager. Rinderknech gewann in der vergangenen Woche erstmals ein Challenger-Turnier. Foto: Agentur Klick

Paderborn (AK). Es ist eine Personalie, die aufhorchen lässt: Mit Jonáš Forejtek lockt Bundesligist TuS Sennelager den vielleicht weltweit besten Tennis-Junior des vergangenen Jahres nach Paderborn. Das Toptalent ist ein weiterer Baustein des neuen Kaders, mit dem der Erstligist im Juli und August zum zweiten Mal das Klassenziel erreichen will.

Das aktualisierte Aufgebot des TuS Sennelager umfasst zahlreiche bekannte Namen, einige Abgänge – und auch bemerkenswerte Neuerungen, wie beispielsweise den indischen Davis-Cup-Spieler Sumit Nagal (22).

Oder eben Jonáš Forejtek. Der 18-Jährige aus Tschechien gewann 2019 bei den vier Grand-Slam-Turnieren drei U18-Juniorentitel: die Doppelkonkurrenzen in Melbourne und Wimbledon mit unterschiedlichen Spielpartnern sowie den Einzeltitel bei den US-Open. Mit dem Erfolg in New York im September übernahm Forejtek die Spitzenposition der Junioren-Weltrangliste. 2018 wurde er im Einzel U18-Europameister.

„Wir standen schon länger mit Jonáš in Kontakt und freuen uns, ihn nun auf unserer Seite zu haben“, kommentiert TuS-Coach Marius Kur diesen Transfercoup. „Er ist ein prima Junge, bringt technisch wie mental alles mit, hat einen unheimlichen Touch und beherrscht alle Schläge.“

Forejtek belegt derzeit auf der Weltrangliste im Einzel den ATP-Platz 528 und im Doppel ATP-Platz 356. Anfang Januar gewann er beim ITF-Turnier in Manacor/Spanien (15.000 US-Dollar Preisgeld) mit 6:2, 1:6, 6:4 gegen Valentin Günther aus Haaren (Bielfelder TTC, ATP-862). Die Deutsche Rangliste weist Forejtek als aktuelle Nummer DTB-A-42 aus.

Der aus Pilsen stammende Rechtshänder mit beidhändig geschlagener Rückhand wechselt von Eintracht Frankfurt nach OWL. Seit 2014 trainierte er in der Offenbacher Alexander-Waske-Tennis-Akademie.

Laut Kur hat sich der TuS „punktuell verstärkt“. Der Kader sei „in der Breite so gut aufgestellt wie vor einem Jahr und zukunftsperspektivisch ergänzt“. Sumit Nagal (ATP-131) ein „solider Neuzugang“. Die Verantwortlichen setzen weiterhin auf die Spieler, die den Erstliga-Nichtabstieg schafften: Norbert Gombos (ATP-113), Jozef Kovalik (ATP-139), Frederico Ferreira Silva (ATP-198), Alexey Vatutin (ATP-207), Arthur Rinderknech (ATP-329), Manuel Guinard (ATP-297), Jan Zielinski (ATP-838) und David Pel (ATP-93 im Doppel) werden erneut für den TuS am Ball sein. Ein Fragezeichen steht derzeit noch hinter Antoine Hoang (ATP-118).

Als Abgänge nicht mehr im Kader sind Marcin Matkowski (Karriereende), Ivan Gakhov, Dragos Dima (beide Ziel unbekannt), David Pichler (Wechsel zum Tennispark Versmold), Philipp Scholz (TC Herford) und Louis Dietze (voraussichtlich TuS Sennelager II). Der erneute Versuch, einen der Topspieler aus OWL zu integrieren – wie schon vor einem Jahr bei Karlo Cubelic (ATP-1037, wechselte vom TC Grün-Weiß Paderborn zum TP Versmold) – ist fehlgeschlagen: Mit Louis Weßels (ATP-427, zuletzt Zweitliga-Absteiger Bielefelder TTC) geführte Gespräche ergaben keine Zusammenarbeit.

„Wir werden jungen Spielern weiterhin die Chance geben, sich in der besten Tennisliga der Welt zu zeigen“, erläutert Teamchef Marc Renner die Philosophie der TuS-Personalpolitik, „in den vergangenen Jahren haben unsere Spieler durch die erfolgreiche Zeit im Team viel Selbstvertrauen gesammelt und in den Monaten danach auf der Turniertour konstanter und damit erfolgreicher gespielt.“

Einige Plätze im neuen Kader des TuS sind nach den Worten von Renner noch frei. Für die weitere Optimierung bleibt den Bundesligisten Zeit bis zum Ablauf der namentlichen Meldefrist am 15. März.