TuS Sennelager

Es war mehr drin

Der letzte Doppelspieltag in der 2. Herren-Bundesliga zeigt, was für den TuS Sennelager in kompletter Aufstellung möglich gewesen wäre.

Team Hämmerling TuS Sennelager, hier (von links) Antoine Cornut-Chauvinc, David Pel, Corentin Denolly, Raul Brancaccio, Julien Cagnina), darf sich über das Erreichen der Saisonziele in     der 2. Tennisherren-Bundesliga freuen. Foto: Agentur Klick

 

Paderborn (AK). Am finalen Wochenende der 2. Tennisherren-Bundesliga-Nord hat Team Hämmerling souverän den Verbleib in der Liga sichergestellt und den Aufstiegskampf maßgeblich beeinflusst. Die Ergebnisse der beiden letzten Spieltage deuten an, was für den TuS Sennelager möglich gewesen wäre, hätte es die Spielzeit über nicht immer wieder Probleme bei der Aufstellung der Mannschaft gegeben.

Mit dem 6:3 am Freitag in Oldenburg vertrieb der TuS das Abstiegsgespenst endgültig, das knappe 4:5 am Sonntag bei Spitzenreiter TK BW Aachen ebnete dem TP Versmold den Weg zum Aufstieg in die 1. Tennispoint-Bundesliga. „In Oldenburg hatten wir die stärkste Mannschaft der gesamten Saison auf dem Platz, eigentlich hätten wir jedes Mal so eine Aufstellung haben sollen und müssen“, sagt Ewald Spaaij zum vergangenen Doppelspieltag-Wochenende. Ein Sieg in Aachen wäre „ein super Ende der Saison“ gewesen. Doch auch so bin ich sehr zufrieden“, so Spaaij weiter: „Wir hatten durch die Niederlage am zweiten Spieltag in Bremen allerdings mehr Druck als nötig gewesenen wäre, danach mussten wir die Spiele, die wir gewinnen konnten, unbedingt alle auch gewinnen. Es ist immer sehr schwierig gewesen, eine starke Aufstellung hinzubekommen. Hoffentlich läuft das 2023 besser.“

TuS-Kaderplaner Marc Renner illustriert die Zusammenhänge. „Eigentlich war geplant, früher im Saisonverlauf mit besseren Mannschaften anzutreten, aber leider standen uns die oberen fünf oder sechs Spieler der Meldeliste kaum zur Verfügung“, so Renner, „dass es bei den letzten beiden Spielen endlich geklappt hat, war im Grunde nur Glück, weil zwei der Spieler bei ihren Turnieren verloren haben, daher kurzfristig zur Verfügung standen und sie obendrein ihre Verträge noch zu erfüllen hatten.“ Die Verträge hätten aber nicht alle TuS-Spieler erfüllt. Die Gründe dafür seien auch, dass es mehr Turniere als noch 2021 gegeben habe und die Spieler mehr Weltranglistenpunkte für die Qualifikation der US-Open sammeln mussten, weil es dieses Mal in Wimbledon keine Punkte gab. Mit Platz vier sei er „absolut einverstanden“. Allerdings habe es „Schwankungen“ gegeben und „insgesamt war es knapper, als es der Tabellenplatz andeutet“, sagt Renner.

Auch der Hauptsponsor bilanziert positiv. „Ziel Mittelfeldplatz erreicht“, konstatiert Ralf Hämmerling, der aber auch von Wehmut spricht: „Wenn wir die Saison über auch nur annährend die beabsichtigten Aufstellungen auf den Platz bekommen hätten, wäre mehr möglich gewesen. Teammanager Spaaij, dem Hämmerling für die erste Spielzeit im Amt ein „dickes Lob“ zollt, sekundiert: „Wäre ein Team wie in Oldenburg und Aachen an jedem Spieltag verfügbar gewesen, hätten wir um den Aufstieg mitspielen können.“

Was all das für die Zukunft bedeutet, wollen die Verantwortlichen in den kommenden 14 Tagen gemeinsam erörtern. „Ich habe mehr Ambitionen und möchte Meister werden“, sagt Spaaij. Lobend äußerte sich der Teammanager in Richtung des Hövelhofer TC Blau-Weiß als Ausrichter der TuS-Heimspiele: „Ich habe bei unseren Auswärtsspielen die Möglichkeiten zum Vergleich und kann sagen, dass der HTC das wieder super und sehr professionell hinbekommen hat.“ Für Renner ist eine Maßnahme im Hinblick auf die Spielzeit 2023 bereits gesetzt: „Um Aufstellungsproblemen künftig zu begegnen, werden wir beim Deutschen Tennisbund den Antrag stellen, ab dem kommenden Jahr auch in der 2. Bundesliga lediglich mit 4er-Mannschaften zu spielen.“ Köln und Brühl hätten bereits signalisiert, den Antrag zu unterstützen. In der 1. Bundesliga der Herren sind vier Spieler pro Team seit der Saison 2006 Normalität.