TuS Sennelager sieht sich gut gerüstet

Tennis-Bundesliga: Nach drei Niederlagen in drei Spielen und dem letzten Tabellenplatz konzentriert sich der Aufsteiger auf die noch ausstehenden Duelle gegen die unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt

Der Frust muss raus: Julius Hillmann war bei seinem Debüt in der 1. Bundesliga chancenlos.

Der Portugiese Frederico Ferereira Silva gewann den einzigen Satz im Einzel für den TuS Sennelager gegen Düsseldorf.Der Frust muss raus: Julius Hillmann war bei seinem Debüt in der 1. Bundesliga chancenlos. Foto Frank Loose

Paderborn . Drei Niederlagen, letzter Tabellenplatz: Nach einem Drittel der Spielzeit in der 1. Tennis-Point-Bundesliga der Herren ist der TuS Sennelager weiterhin ohne Punktgewinn. Dieser Umstand und das 1:5 (0:4) am gestrigen Sonntag auf den Tennisplätzen des Paderborner TC Blau-Rot gegen den Rochusclub Düsseldorfer TC ficht die Verantwortlichen beim Vorjahresaufsteiger wenig an. Im Gegenteil.

Der Frust muss raus: Julius Hillmann war bei seinem Debüt in der 1. Bundesliaga chancenlos
Foto: Agentur Klick

»Es ist unglücklich, dass wir von den ersten fünf Saisonpartien gleich vier gegen Spitzenteams der Liga zu absolvieren haben«, sagt Teammanager Marc Renner mit Blick auf den Spielplan, »unsere bisherigen Gegner Mannheim, Mönchengladbach und Düsseldorf sind nicht die Mannschaften, gegen die wir im Kampf gegen den Abstieg gewinnen müssen.«

Renner sieht sein Team nach den verlorenen Duellen mit diesen Liga-Schwergewichten, die für ihn eher »im Kampf um die deutsche Meisterschaft mitmischen«, gerüstet für die Vergleiche mit den Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel. »Der Sieg des Doppels Jan Zielinski und Marcin Matkowski zum Schluss gegen Düsseldorf war wichtig für die Moral«, so Renner, »wir können damit leben, insgesamt war es wieder eine gute Veranstaltung.«

Motivation für die womöglich entscheidenden Begegnungen im Kampf um den Ligaverbleib brachte auch die erneut gute Unterstützung durch etwa 800 Zuschauer auf der gut gefüllten Platzanlage des TC Blau-Rot, auch wenn die Duelle gegen die vermeintlich drei ärgsten Abstiegskonkurrenten TK BW Aachen (26. Juli), fläsh TC Weinheim 1902 (28. Juli) und Kölner THC Stadion RW (11. August) auswärts stattfinden. »Für den Ligaverbleib sind wahrscheinlich mindestens fünf Punkte erforderlich«, rechnet Renner vor.

Gegen Düsseldorf war das Team vom einem Punktgewinn weiter entfernt als bei den zwei Niederlagen zuvor. Das lag nicht zuletzt an der Aufstellung des Gastes, der mit drei Top-100 Spielern der ATP-Weltrangliste an die Pader gekommen war: Juan Ignacio Londero (ATP-60), Pablo Andujar-Alba (ATP-78) und Ricardas Berankis (ATP-77). In den Einzeln reichte es denn auch lediglich zu einem Satzgewinn im Spitzeneinzel verletzt fehlenden Frederico Ferereira Silva (ATP-296), der gegen Londero einen tollen Start erwischte und am Ende nur knapp nach Matchtiebreak 6:3, 1:6, 6:10 unterlag. Nicht zufrieden mit seinem ersten Einsatz im Oberhaus war Julius Hillmann. »Ich war sehr nervös, hatte keine Länge in den Schlägen und kam ne richtig ins Match«, bilanzierte der Youngster im Team nach seinem 2:6, 0:6 im Einzel an Position vier gegen den stark spielenden Henri Squire. Nur gut, dass die Teamkollegen Jan Zielinski und Marcin Matkowski durch ihr 6:3, 7:6 [6] in Doppel zwei über Squire/Andujar-Alba als Schlusspunkt der Begegnung mit Düsseldorf Aufbauhilfe leisteten.

Beim 1:5 (1:3) am vergangenen Freitag in Mönchengladbach beim Gladbacher HTC vermochte der TuS seine vorhandenen Chancen nicht zu nutzen. Das Team schrammte knapp an einer 3:3-Punkteteilung vorbei. Während Jozef Kovalik (ATP-165) das Spitzeneinzel nach einer tollen Vorstellung überraschend gegen Philipp Kohlschreiber (ATP-57) gewann (6:3, 6:4), nutzte Manuel Guinard (3:6, 7:6 [1], 9:11 gegen Aleksandr Nedovyesov) auf dem Nebenplatz einen Matchball zur 2:0-Führung nicht. In Einzelrunde zwei konnte Alexey Vatutin gegen Robin Haase (1:6, [4] 6:7) im zweiten Durchgang zwei Satzbälle nicht verwerten und das Doppel Marcin Matkowski/Jan Zielinski verlor nach souveränem Start und einer 6:3-Führung im Matchtiebreak (6:3, [5] 6:7, 8:10 gegen Roman Jebavy/Andrej Martin). »Der Start war sensationell«, so der Kommentar von Trainer Mariaus Kur zur Partie in Gladbach, »Knackpunkt war der vergebene Matchball von Guinard.«

In Begegnungen mit den Topteams der Liga lässt sich das Auslassen solcher Gelegenheiten verschmerzen, gegen die Mitkonkurrenten im Abstiegskampf nicht.